Allgemeines und Herkunft

Die Speiserübe (Brassica rapa subsp. rapa) gehört zur Familie der “Kreuzblütler” und zur Gattung “Kohl”. Sie stammt von der in Europa, Westasien und Nordafrika vorkommenden Wildpflanze ‚Rübsen‘ ab und wurde bereits im Mittelalter in Europa angebaut und zählte damals zu den Grundnahrungsmitteln. Mit der Einführung der Kartoffel verlor sie jedoch an Bedeutung.
Unter dem Begriff Speiserübe werden verschiedene Formen zusammengefasst. Beliebte Sorten für den Anbau im Garten sind unter anderem die Mairübe, Teltower Rübchen sowie die Herbstrübe.
Schnellübersicht Speiserübe
Standort und Nährstoffbedarf:
sonniger bis halbschattiger Standort mit mittlerem Nährstoffbedarf
Voranzucht, Aussaat und Pflanzung:
Aussaat: Mitte März bis April und von Juli bis Anfang August
Ernte: Mai bis Juni und Oktober bis zum Frost
Mischkultur:
Gute Nachbarn: Bohnen (Busch– & Stangenbohnen), Dill, Erbsen, Gewürzfenchel, Karotten, Kopfsalat & Pflücksalat, Lauch, Mangold, Radieschen, Spinat sowie Zwiebeln
Schlechte Nachbarn: Auberginen, Erdbeeren, Kartoffeln, Kohlarten (Brokkoli, Kohlrabi, Weißkohl, Rotkohl etc.), Kürbisgewächse (Kürbis, Zucchini, Gurken, Melonen), Mais, Paprika, Rote Bete, Sonnenblumen und Tomaten
Vorkultur: Dill, Erbsen (Markerbsen, Schalerbsen), Frühkartoffeln, Kopfsalat & Pflücksalat, Radieschen, Rettich (Frührettich) und Spinat (Frühjahrssaat)
Nachkultur: Feldsalat, Gründüngung (z. B. Klee, Phacelia, Luzerne), Lauch (Winterlauch), Rosenkohl, Spinat (Herbstsaat) und Winterpostelein (Portulak)

Standort und Boden

Speiserüben bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Als Mittelzehrer benötigen sie einen lockeren, humusreichen, lehmigen oder sandigen Boden. Im Idealfall reichert man das Gemüsebeet vor der Aussaat mit Kompost an. Frischer Stallmist ist hingegen ungeeignet. Schwere Böden sind ungünstig, da sie den Geschmack negativ beeinflussen können.

Anbau, Aussaat und Pflanzung

Speiserüben kann man von Mitte März bis April und von Juli bis Anfang August direkt ins Freiland säen. Mairübchen werden vorwiegend im Frühjahr ausgesät, während Herbstrüben und Teltower Rübchen zwischen Juli und August gesät werden.
Bei der Aussaat sollte man, je nach Sorte, einen Pflanzabstand von 10 bis 20 Zentimetern und einen Reihenabstand von 30 Zentimetern bei einer Saattiefe von 0,5 bis 1 Zentimeter einhalten.

Pflege

Speiserüben sind relativ anspruchslos in der Pflege. Das Beet sollte regelmäßig von Unkraut befreit, gehackt und gleichmäßig feucht gehalten werden. Wurde bei der Beetvorbereitung genügend Kompost in den Boden gearbeitet, ist keine weitere Düngung erforderlich.
Zu dicht gesäte Speiserüben muss man vereinzeln, damit sie sich gut entwickeln können.

Ernte und Lagerung

Mairübchen kann man ab Mai ernten. Damit diese im Sommer nicht holzig werden oder platzen, sollte man sie spätestens Ende Juni vom Beet holen. Die Herbstrüben sowie Teltower Rübchen kann man hingegen von Mitte Oktober bis zum Eintreten des Frostes ernten. Zur Ernte lockert man den Boden mit einem Spaten oder einer Grabegabel und zieht die Rüben vorsichtig heraus.
Im Gemüsefach des Kühlschranks halten sich die Rüben bis zu zwei Wochen. Als Alternative kann man sie auch im Sand einschlagen. Vor der Lagerung sollte man allerdings das Laub entfernen. Eine weitere Möglichkeit ist es, die Rüben kleinzuschneiden, zu blanchieren und anschließend einzufrieren.

Mischkultur und Fruchtfolge

Die Beachtung von Fruchtfolge und Mischkultur ist wichtig für einen gesunden Garten. Durch Fruchtfolge bleibt der Boden fruchtbar, da verschiedene Pflanzen unterschiedliche Nährstoffe nutzen und hinterlassen. Mischkultur fördert die biologische Vielfalt und schützt vor Schädlingsbefall, da sich bestimmte Pflanzen gegenseitig unterstützen.
Wichtig: Um verschiedenen Krankheiten und Schädlingen vorzubeugen, sollte man eine Anbaupause, von Pflanzen aus der Familie “Kreuzblütler”, von vier Jahren einhalten.
Gute Nachbarn für die Mischkultur sind:
Bohnen (Busch- & Stangenbohnen)Fixieren Stickstoff im Boden, verbessern die Bodenfruchtbarkeit.
DillLockt Nützlinge an, verbessert das Aroma der Speiserüben.
ErbsenStickstoffsammler, sorgen für besseren Boden.
GewürzfenchelHat keinen negativen Einfluss und fördert aromatische Wurzelbildung.
KarottenWurzeln lockern den Boden, keine Konkurrenz um Nährstoffe.
Kopfsalat & PflücksalatSchnellwüchsig, keine Nährstoffkonkurrenz.
Lauch (Porree)Vertreibt schädliche Insekten (z. B. Erdflöhe).
MangoldGeringer Nährstoffbedarf, harmoniert gut mit Speiserüben.
RadieschenSchnellwachsend, keine Platzkonkurrenz, schützen die Rüben vor Schädlingen.
SpinatFlachwurzelnd, lockert den Boden, schützt vor Unkraut.
ZwiebelnVertreiben Schädlinge wie Erdflöhe und Möhrenfliegen.
Schlechte Nachbarn für die Mischkultur sind:
AuberginenHoher Nährstoffbedarf, konkurrenzstark.
ErdbeerenFördern bodenbürtige Krankheiten und ziehen Schnecken an.
KartoffelnZehren stark am Boden, können Bodenmüdigkeit verursachen.
Kohlarten (Brokkoli, Kohlrabi, Weißkohl, Rotkohl etc.)Gleiche Familie (Kreuzblütler), ziehen dieselben Schädlinge an (Kohlfliege, Erdflöhe).
Kürbisgewächse (Kürbis, Zucchini, Gurken, Melonen)Starkzehrer, konkurrieren um Nährstoffe und Platz.
MaisEntzieht dem Boden viele Nährstoffe, schwächt das Wachstum der Speiserüben.
PaprikaStarkzehrer, nimmt viel Platz und Nährstoffe weg.
Rote BeteKonkurrenz um Nährstoffe und kann das Wachstum der Speiserüben hemmen.
SonnenblumenWurzelausscheidungen können das Wachstum von Speiserüben beeinträchtigen.
TomatenHoher Nährstoffbedarf, können Pilzkrankheiten auf Speiserüben übertragen.
Günstige Vor- und Nachkulturen sind:
Vorkulturen
DillFlachwurzelnd, lockert den Boden, stört die Rüben nicht.
Erbsen (Markerbsen, Schalerbsen)Stickstoffsammler, sorgen für besseren Boden.
FrühkartoffelnWerden früh geerntet und lockern den Boden auf.
Kopfsalat & PflücksalatSchnellwüchsig, geringe Nährstoffkonkurrenz.
Radieschen (Frühsorten)Schnellwachsend, lockern den Boden.
Rettich (Frührettich, nicht Winterrettich!)Flachwurzelnd, hinterlässt lockeren Boden.
Spinat (Frühjahrssaat)Bodenlockernd, schützt vor Unkraut.
Nachkulturen
FeldsalatAnspruchslos, wächst auch bei niedrigen Temperaturen und nutzt das freie Beet im Herbst/Winter.
Gründüngung (z. B. Klee, Phacelia, Luzerne)Fördert Bodenfruchtbarkeit, lockert den Boden und schützt vor Erosion.
Lauch (Winterlauch)Verträgt sich gut mit der vorherigen Kultur und benötigt keine übermäßige Düngung.
RosenkohlWird spät gepflanzt, kann nach Sommer-Speiserüben ins Beet kommen.
Spinat (Herbstsaat)Geringer Nährstoffbedarf, schützt den Boden und unterdrückt Unkraut.
Winterpostelein (Portulak)Winterharte Kultur, sorgt für Bodendeckung im Winter.

Krankheiten und Schädlinge

Durch ihre vergleichsweise kurze Kulturzeit wird die Speiserübe seltener von Schädlingen und Krankheiten befallen als andere Kreuzblütler. Nichtsdestotrotz können sie bei langanhaltenden Trockenperioden von Erdflöhen befallen werden. Vorbeugend hilft es, den Boden feucht zu halten. Um Kohlfliegen fernzuhalten, hilft es, ein Kulturschutznetz über die Pflanzen zu spannen. Die gefürchtete Kohlhernie lässt sich durch eine konsequente Fruchtfolge vermeiden.
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