Allgemeines und Herkunft

Die Kartoffelpflanze (Solanum tuberosum), in manchen Regionen auch “Erdapfel” genannt, gehört zur Familie der “Nachtschattengewächse” und stammt ursprünglich aus dem Andenhochland. Die spanischen Eroberer brachten die Kartoffel mit nach Spanien, von wo sie sich in Europa verbreitete. In Deutschland fand ein großflächiger Anbau erst ab dem 18. Jahrhundert statt.

Es gibt schätzungsweise über 2000 verschiedene Kartoffelsorten, wovon jedoch nur etwa 120 Sorten in Deutschland als Saatgut vertrieben werden. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist die Konsistenz, welche von stark mehlig bis festkochend reicht. Die Schalenfarben variieren von gelb, braun über rosafarben bis zu blau mit weißem, gelben oder rot-violettem Fleisch.

Kartoffelsorten lassen sich in frühe, mittelfrühe und späte Sorten unterteilen, welche jeweils unterschiedliche Pflanz- und Erntezeitpunkte haben.

Standort und Boden

Kartoffeln gedeihen am besten auf leichten bis mittelschweren, tiefgründigen und nährstoffreichen Böden ohne Staunässe. Sandböden oder sandige Lehmboden sind deswegen ideal. Da Kartoffeln Starkzehrer sind, sollte man die Erde im Herbst mit reifem Mist und Kompost anreichern. Der Standort sollte sonnig sein.

Anbau, Aussaat und Pflanzung

Kartoffeln sind frostempfindlich und man sollte sie daher erst im Ende März bzw. Anfang April in das Beet pflanzen. Entscheidend beim Pflanzen von Kartoffeln ist das Vorkeimen, da sie dadurch weniger anfällig für Krautfäule sind und schneller wachsen. Vier bis sechs Wochen vor der Pflanzung sollte man damit beginnen. Dazu werden die Kartoffeln an einen warmen und hellen Raum gelegt, ohne direkte Sonneneinstrahlung.

Je nach Witterung beginnt die Pflanzzeit von Frühkartoffeln Ende März oder Anfang April. Bis Ende April / Anfang Mai folgen die mittelfrühen und späten Sorten. In sehr kalten Jahren kann es sich die Pflanzzeit bis Ende Mai verschieben.

Der Boden sollte man vor der Aussaat gut lockern und unkrautfrei halten. Bei der Pflanzung zieht man eine 10 bis 20 Zentimeter tiefe Pflanzrille, in welche man eine Schicht Kompost, Hornmehl oder Hornspäne einfüllt. In einem Abstand von 30 bis 35 Zentimetern setzt man die vorgekeimten Kartoffeln mit den Trieben nach oben in die Pflanzrille. Im Anschluss schließt man diese vorsichtig, damit die Triebe nicht brechen. Der Reihenabstand sollte zwischen 60 und 80 Zentimetern liegen.

Pflege

Kartoffeln sollte man regelmäßig anhäufen, spätestens nach zwei bis drei Wochen, wenn sich das erste Grün zeigt. Durch das Anhäufen wird sichergestellt, dass der Boden locker und unkrautfrei ist und sich dadurch der Ertrag erhöht. Bis die Pflanzen zu blühen beginnen oder der Hügel eine Höhe von ungefähr 30 cm erreicht hat, sollte man das Anhäufen alle zwei Wochen wiederholen.

Mit Beginn der Knollenbildung sollte man die Kartoffeln möglichst morgens gießen, damit sich das Risiko für Krautfäule minimiert.

Ernte und Lagerung

Die Erntezeit der Kartoffeln ist abhängig von der gesetzten Sorte. Frühkartoffeln sind erntebereit, sobald das Grün blüht und sie eine feste Schale besitzen, welche sich nicht mehr abreiben lässt. Sie kann man meist schon zwischen Juni und Juli nach Bedarf aus dem Boden holen. Bei allen anderen Sorten wird auf das Welken der Blätter gewartet. Mittelfrühe Kartoffeln kann man etwa ab August und späte Sorten ab September ernten.

Ernten sollte man nur bei trockenem Wetter. Dafür werden die oberirdischen Pflanzenteile mit einer Grabegabel angehoben und mit den anhängenden Knollen aus dem Boden gezogen. Geerntete Frühkartoffeln sollte man zügig verbrauchen.

Lagerfähige Spätsorten sollte man im September bis Anfang Oktober ernten, wenn sie von einer Korkschicht umgeben sind. Sie sollen dunkel und luftig bei Temperaturen von drei bis vier Grad in Holzkisten aufbewahrt werden.

Bei der Ernte beschädigte Kartoffeln, sollte man am besten direkt verwerten.

Mischkultur und Fruchtfolge

Als Mischkultur eignen sich besonders Dicke Bohnen, Kapuzinerkresse, Kohlarten, Kamille, Kümmel, Mais, Meerrettich, Pfefferminze, Spinat und Tagetes. Kartoffeln sollte man hingegen nicht mit Erbsen, Kürbis, Rote Bete, Sellerie, Sonnenblumen, Tomaten anbauen.

Eine Anbaupause von vier Jahren wird empfohlen.

Krankheiten und Schädlinge

Besonders Frühkartoffeln können sich bei warmen und feuchten Wetter mit der Kraut- und Knollenfäule infizieren. Typische Anzeichen sind braune, leicht eingefallene Flecken und auf der Unterseite der Blätter ist ein weißer Belag vorhanden. Durch diese Krankheit kann der Ernteausfall bei bis zu 50 % liegen.

Vor allem Kartoffeln, die man auf Sandböden anbaut, können am Kartoffelschorf erkranken. Befallene Kartoffeln kann man weiterhin verzehren, jedoch leidet die Lagerfähigkeit und durch die verschorften Stellen können leichter andere Parasiten in die Kartoffel eindringen.

Die Kartoffelpflanzen sollte man regelmäßig auf Kartoffelkäfer und deren Larven überprüfen. Beim Befall sollte man die Käfer, Larven und Eier absammeln und die Blätter mit Algenkalk oder Gesteinsmehl überstäuben. Um die Kartoffelpflanze zu kräftigen, sollte man diese mit Brennesselauche gießen.

Daneben können noch verschiedene Arten von Blattläusen auftreten wie beispielsweise die Faulbaumlaus, die grünstreifige Kartoffelblattlaus und die Kreuzdornlaus.

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