Allgemeines und Herkunft

Der Garten-Rettich (Raphanus sativus) gehört zur Familie der “Kreuzblütler” und zur Gattung “Rettiche”. Die genaue Abstammung des Garten-Rettichs von seiner Wildform ist heutzutage nicht mehr eindeutig festzustellen. Man vermutet jedoch, dass die Stammform der Strand-Rettich (Raphanus maritimus) ist, welcher aus dem Mittelmeerraum kommt. Der Anbau von Rettich war schon in der Antike bekannt. In Deutschland wird ab dem 9. Jahrhundert über den Anbau von Rettich in Klostergärten berichtet. 

Die Farbe der Wurzel variiert von weißen, gelben, roten, rosanen zu fast schwarzen Rüben und kann je nach Sorte kugelige, ovale, bis längliche und spindelförmige Formen besitzen. 

Standort und Boden

Der Rettich bevorzugt einen sonnigen Standort. Als Mittelzehrer benötigt er lockeren sowie tiefgründigen lehmigen Sandboden, welcher reich an Humus ist und eine gleichmäßige Bodenfeuchte besitzt. Idealerweise reichert man den Boden vor der Aussaat mit Kompost an. In schweren und undurchlässigen Böden gedeiht der Rettich schlecht, da es hier zu einer Deformierung der Knollen kommt. 

Anbau, Aussaat und Pflanzung

Rettich kann man von April bis Ende August direkt ins Freiland säen. Eine frühere Aussaat ist nicht zu empfehlen, da die Pflanzen bei Temperaturen unter 12 Grad schnell zum Schossen neigen. Darüber hinaus sollte man darauf achten die passende Sorte für die jeweilige Jahreszeit zu wählen. Frühlings- und Sommersorten werden von April bis Anfang August ausgesät und Herbst- sowie Wintersorten von Juli bis Ende August

Bei der Aussaat sollte man, je nach Sorte, einen Pflanzabstand von 10 bis 15 Zentimetern und ein Reihenabstand von 25 bis 30 Zentimetern, bei einer Saattiefe von zwei bis drei Zentimeter, einhalten.

Pflege

Der Rettich ist relativ anspruchslos in der Pflege. Man sollte das Beet regelmäßig von Unkraut befreien, hacken sowie gleichmäßig feucht halten. Wurde bei der Beetvorbereitung genügend Kompost in den Boden gearbeitet, ist keine weitere Düngung erforderlich. Besonders behutsam sollte man mit einer Stickstoffdüngung sein, da der Rettich überschüssiges Nitrat einlagert. 

Ernte und Lagerung

Frühlings- und Sommerrettich kann man nach ca. acht bis zehn Wochen ab Anfang Juni ernten. Der Erntezeitraum erstreckt sich bis Ende September. Man sollte den Rettich auf keinen Fall zu spät ernten, da er ansonsten holzig oder pelzig schmeckt. Im Zweifelsfall sollte man den Rettich lieber zu früh als zu spät ernten. 

Die frühen Rettichsorten sind im Kühlschrank maximal drei Tage haltbar und sollten daher immer frisch vom Beet geholt werden. 

Herbst- und Winterrettich benötigt bis zur Erntereife 13 bis 15 Wochen und kann je nach Aussaattermin von September bis in den November hinein geerntet werden.

Die späten Sorten können bis zum Frost auf dem Beet bleiben und anschließend im feuchten Sand eingeschlagen bis zum Frühjahr im kühlen Keller gelagert werden.

Mischkultur und Fruchtfolge

Als Mischkultur eignen sich besonders Bohnen, Kresse, Mangold, Möhren, Salat, Schwarzwurzeln, Spinat und Tomaten

Rettiche sollte hingegen nicht mit Gurken und Zucchini in der Mischkultur angepflanzt werden. Darüber hinaus eignen sich Rettiche als Vorkultur besonders für Salate und Feldsalat.

Um verschiedenen Krankheiten und Schädlingen vorzubeugen, sollte man eine Anbaupause von Pflanzen aus der Familie “Kreuzblütler” von vier Jahren einhalten.

Empfohlene Sorten

  • Hilds roter Neckerruhm: Frühlingssorte mit leuchtend roter Wurzel. Sehr ertragreich und raschwüchsig. 
  • Münchner Bier: Herbstsorte mit reinweißen, mittelgroßen ovalen Wurzeln, welche unten spitz zusammen laufen. Im Sand eingeschlagen, ist er bis ins Frühjahr haltbar. 
  • Rex: Schnellwüchsige Sommersorte mit halblangen weißen Wurzeln. 
  • Rosa Ostergruß: Frühlingssorte mit halblangen rosanen Wurzeln und weißem Fleisch. 
  • Runder Schwarzer Winterrettich: Wintersorte mit scharfen runden Wurzeln. Lange haltbar. 

Krankheiten und Schädlinge

Der Rettich ist anfällig für einige Schädlinge und Krankheiten. Bei langanhaltenden Trockenperioden kann der Rettich von Erdflöhen befallen werden. Vorbeugend hilft es den Boden feucht zu halten. Um Kohlfliegen abzuhalten, hilft es ein Kulturschutznetz über den Rettich auszubringen. Die gefürchtete Kohlhernie kann durch Einhalten der Fruchtfolge vermieden werden. Des Weiteren können beim Rettich der gefleckte Kohltriebrüssler, der Zwergfüßler und die Assel auftreten. 

Krankheiten, welche den Rettich befallen können sind u.a. die Rettichschwärze, der Wurzeltöterpilz, Falscher Mehltau und der Weiße Rost. 

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