Allgemeines und Herkunft

Palerbsen (Pisum sativum L. convar. sativum) auch Schalerbsen, Schalenerbsen, Pahlerbsen oder Kneifelerbsen genannt, gehören zur Familie der “Hülsenfrüchtler” und zur Gattung “Erbse”. Erbsen stammen ursprünglich aus Asien und sind eine der ältesten Kulturpflanzen. Über das östliche Mittelmeer haben sie sich nach Europa ausgebreitet. Bis zum 16. oder 17. Jahrhundert verwendete man Erbsen als Trockengemüse, erst danach züchtete man Sorten wie Zuckererbsen, welche man auch unreif und roh essen konnte.

Palerbsen sind im Gegensatz zu Zuckererbsen und Markerbsen unempfindlicher und können schon bei einer Bodentemperatur von zwei bis fünf Grad gesät werden. Auch vertragen sie leichte Fröste bis zu Minus fünf Grad. Im Gegensatz zu den anderen Erbsenarten verwendet man Palerbsen klassischerweise zum Trocknen und nicht zum Frischverzehr, sie enthalten viel Stärke und schmecken weniger süß.

Standort und Boden

Palerbsen bevorzugen einen sonnigen Standort. Sie wachsen auch gut im Halbschatten, sollten dann aber nur mäßig gegossen werden, da sie Staunässe nicht gut vertragen. Ideal sind feinkrümlige, tiefgründige und humose Böden.

Anbau, Aussaat und Pflanzung

Je nach Sorte kann man Palerbsen schon ab Februar vorziehen oder direkt aussäen, wenn der Gartenboden nicht mehr gefroren ist. Die letzte Aussaat sollte im Juni erfolgen. Für die Aussaat zieht man fünf Zentimeter tiefe Saatrillen, in welche man alle drei bis fünf Zentimeter ein Erbsenkorn legt. Anschließend sollte man die Erde andrücken. Der Reihenabstand sollte 40 Zentimeter oder in Doppelreihen 20 Zentimeter betragen.

Tipp: Um die Körner vor Vögeln zu schützen, kann man ein Vlies oder Gartennetz ausgelegen.

Pflege

Die meisten Erbsensorten benötigen zum Ranken eine Kletterhilfe, hierfür bieten sich dünne Äste oder Maschendraht an. Sobald die Pflanzen 10 Zentimeter hoch sind, häuft man sie mit Erde an, damit sich zusätzliche Wurzeln bilden und die Standfestigkeit sich erhöht. Der Boden sollte man regelmäßig lockern, um Unkräuter zu entfernen.

Palerbsen benötigen bis zur Blüte nur wenig Wasser, erst danach muss man auf eine verstärkte Wasserversorgung achten.

Palerbsen sind Schwachzehrer und benötigen keinen gesonderten Dünger.

Ernte und Verwendung

Je nach Sorte und Aussaattermin kann man erste Erbsen schon nach 60 bis 75 Tagen Ende Mai ernten. Zu diesem Zeitpunkt kann man die Palerbse wie die Markerbse frisch verwenden. Dafür entfernt man die Erbsen aus den Schoten. Traditionell erntet man Palerbsen jedoch zu einem späteren Zeitpunkt, sobald die Schoten eingetrocknet sind. Je nach Aussaattermin erstreckt sich die Erntezeit bis in den September hinein.

Palerbsen weicht man im getrockneten Zustand zunächst über Nacht in Wasser ein oder kocht sie und bereitet daraus Suppe oder Püree zu. Als Trockenerbse eignen sie sich darüber hinaus hervorragend für die Lagerung.

Tipp: Nach der Ernte die Wurzeln der Zuckererbsen im Boden lassen, da sie diesem Stickstoff zuführen.

Mischkultur und Fruchtfolge

Geeignete Pflanzen für die Mischkultur sind Dill, Fenchel, Gurken, Kohlarten, Kohlrabi, Kopfsalat, Mais, Möhren, Radieschen sowie Zucchini. Palerbsen sollten hingegen nicht mit Bohnen, Kartoffeln, Knoblauch, Lauch, Tomaten und Zwiebeln in der Mischkultur gepflanzt werden.

Da die Wurzeln der Zuckererbsen Stickstoff im Boden binden, bieten sich als Nachkultur vor allem Starkzehrer wie Rosenkohl, Grünkohl und Chinakohl an.

Eine Anbaupause von 6 Jahren wird empfohlen, da Erbsen mit sich selbst sehr unverträglich sind.

Krankheiten und Schädlinge

Palerbsen sind anfällig für Schädlinge und Krankheiten. Hierzu zählen bei den Krankheiten insbesondere der Echte Mehltau, Falscher Mehltau, die Brennfleckenkrankheit und Erbsenrost.

Als tierische Schädlinge können die Erbsen-Minierfliege, der Erbsenwickler, die Erbsenblattlaus und der Erbsenkäfer auftreten.

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