Allgemeines

Die Stangenbohne (Phaseolus vulgaris var. vulgaris) gehört zur Familie der “Hülsenfrüchtler” und zur Gattung “Phaseolus”. Ursprünglich stammt sie aus Südamerika und kam erst im 16. Jahrhundert nach Europa, wo sie die bisher angebauten Bohnenarten “Ackerbohne” und “Kuhbohne” weitgehend verdrängte.

Die Stangenbohne ist eng verwandt mit der Buschbohne, wird im Gegensatz zu dieser jedoch zwei bis vier Meter hoch und windet sich an Stützen nach oben. Sie gilt als pflegeleicht mit hohen Erträgen.

Stangebohnen können je nach Sorte gelbe, violette, rote oder grüne Bohnenhülsen hervorbringen.

Standort und Boden

Stangenbohnen bevorzugen einen sonnigen und windgeschützten Standort. Der Boden sollte tiefgründig, locker und humusreich sein sowie mit reichlich Kompost angereichert werden.

Aussaat und Pflanzung

Stangenbohnen können nach den Eisheiligen direkt ins Beet gelegt werden. Zuvor sollte jedoch eine Rankhilfe aufgebaut werden. Typisch hierfür sind sogenannte Stangenzelte oder ein Stangenkonstrukt in Form eines Daches. Es reicht aber auch aus, einzelne Stangen in einem Abstand von 60 – 70 Zentimetern in den Boden zu setzen. Der Reihenabstand zwischen den Stangen sollte 70 – 100 Zentimeter betragen.

Um jede Stange werden sechs bis acht Bohnensamen zwei bis fünf Zentimeter tief in den Boden gelegt. Bis zur Keimung sollte nur mäßig gegossen werden.

Stangenbohnen können auch auf der Fensterbank oder im Gewächshaus vorgezogen  und nach den Eisheiligen ins Freiland gepflanzt werden.

Pflege

Sobald die Pflanzen 15 Zentimeter hoch sind, werden sie mit Erde angehäuft, damit sich zusätzliche Wurzeln bilden können, um eine bessere Wasser- und Nährstoffversorgung zu erreichen.

Um die Pflanzen beim Ranken zu unterstützen, können diese vorsichtig am Gerüst befestigt werden. Darauf achten, dass Stangenbohnen Linkswinder sind und gegen den Uhrzeigersinn am Gerüst befestigt werden müssen.

So bald die Pflanze in die Blüte geht, muss auf eine ausreichende Wasserversorgung geachtet werden. Während der Wachstumszeit kann mit etwas organischen Dünger oder Kompost gedüngt werden. Stallmist sollte vermieden werden.

Tipp: Um Blattläusen vorzubeugen, kann Bohnenkraut zwischen die Stangenbohnen gepflanzt werden.

Ernte und Verwendung

Je nach Sorte können die ersten Stangenbohnen schon im Juli nach 10 – 12 Wochen erntereif sein. Man erkennt reife Stangenbohnen daran, dass sie beim Biegen glatt durchbrechen und sich einzelne Bohnenkerne noch nicht in der Hülle abzeichnen. Die Kerne sollten nicht länger als ein Zentimeter sein.

Während der Erntezeit sollten die Bohnen regelmäßig in der Woche geerntet werden, da dies neue Blütenbildungen anregt. Geerntet werden sollte nur bei trocknem Wetter, da ansonsten die Gefahr von Pilzkrankheiten steigt.

In einem feuchten Tuch eingeschlagen sind Stangenbohnen bis zu zwei Tagen im Kühlschrank haltbar. Um Bohnen länger haltbar zu machen, können sie eingefroren oder eingekocht werden.

Achtung: Bohnen nie roh, sondern nur im gekochten Zusand, verzehren.

Mischkultur und Fruchtfolge

Geeignete Pflanzen für die Mischkultur sind Endivien, Bohnenkraut, Gurken, Kapuzinerkresse, Kohl, Kohlrabi, Kopfsalat, Tomaten und Zucchini. Stangenbohnen sollten hingegen nicht mit Erbsen, Fenchel, Knoblauch, Lauch und Zwiebeln in der Mischkultur gepflanzt werden.

Empfohlene Sorten

  • Blauhilde: robuste alte Sorte, fadenfreie bläulich gefärbte Stangenbohne, wird beim Kochen grün.
  • Neckargold: gelbe Sorte widerstandsfähig gegen den Mosaikvirus
  • Neckarkönigin: hellgrüne Hülsen mit hohe Erträge, resistent gegen den Mosaikvirus
  • Marga: grüne Hülsen. Brennfleckenresisent.
  • Mombacher Speck: altbewährte Sorte mit grünen Hülsen.
  • Quedlingburger Speck: mittelfrühe grüne Sorte, widerstandsfähig gegen Brennflecken.

Krankheiten und Schädlinge

Stangenbohnen sind anfällig für Schädlinge und Krankheiten. Hierzu zählen bei den Krankheiten insbesondere der Mosaikvirus, die Brennfleckenkrankheit und Bohnenrost. Als tierische Schädlinge können Blattläuse und die Bohnenfliege aufteten.

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