Allgemeines und Herkunft

Die Stangenbohne (Phaseolus vulgaris var. vulgaris) gehört zur Familie der “Hülsenfrüchtler” und zur Gattung “Phaseolus”. Ursprünglich stammt sie aus Südamerika und kam erst im 16. Jahrhundert nach Europa, wo sie die bisher angebauten Bohnenarten “Ackerbohne” und “Kuhbohne” weitgehend verdrängte.

Die Stangenbohne ist eng verwandt mit der Buschbohne, wird im Gegensatz zu dieser jedoch zwei bis vier Meter hoch und windet sich an Stützen nach oben. Sie gilt als pflegeleicht mit hohen Erträgen.

Stangenbohnen können je nach Sorte gelbe, violette, rote oder grüne Bohnenhülsen hervorbringen.

Standort und Boden

Stangenbohnen bevorzugen einen sonnigen und windgeschützten Standort. Der Boden sollte tiefgründig, locker und humusreich sein sowie mit reichlich Kompost angereichert werden.

Anbau, Aussaat und Pflanzung

Stangenbohnen kann man nach den Eisheiligen, Ende Mai, direkt ins Beet legen. Zuvor sollte man jedoch eine Rankhilfe aufbauen. Typisch hierfür sind sogenannte Stangenzelte oder ein Stangenkonstrukt in Form eines Daches. Es reicht aber auch aus, einzelne Stangen in einem Abstand von 60 bis 70 Zentimetern in den Boden zu setzen. Der Reihenabstand zwischen den Stangen sollte 70 bis 100 Zentimeter betragen. Eine letzte Aussaat sollte Ende Juni erfolgen.

Um jede Stange legt man sechs bis acht Bohnensamen zwei bis fünf Zentimeter tief in den Boden. Bis zur Keimung sollte man nur mäßig gießen.

Stangenbohnen kann man auch auf der Fensterbank oder im Gewächshaus vorziehen und nach den Eisheiligen ins Freiland pflanzen.

Pflege

Sobald die Pflanzen 15 Zentimeter hoch sind, häuft man sie mit Erde an, damit sich zusätzliche Wurzeln bilden können, um eine bessere Wasser- und Nährstoffversorgung zu erreichen.

Um die Pflanzen beim Ranken zu unterstützen, kann man diese vorsichtig am Gerüst befestigen. Man sollte jedoch darauf achten, dass Stangenbohnen Linkswinder sind und gegen den Uhrzeigersinn am Gerüst befestigt werden müssen.

Sobald die Pflanze in die Blüte geht, muss man auf eine ausreichende Wasserversorgung achten. Während der Wachstumszeit kann man mit etwas organischen Dünger oder Kompost verwenden. Stallmist sollte man hingegen vermeiden.

Tipp: Um Blattläusen vorzubeugen, kann man Bohnenkraut zwischen die Stangenbohnen pflanzen.

Ernte und Lagerung

Je nach Sorte können die ersten Stangenbohnen schon im Juli nach 10 – 12 Wochen erntereif sein. Man erkennt reife Stangenbohnen daran, dass sie beim Biegen glatt durchbrechen und sich einzelne Bohnenkerne noch nicht in der Hülle abzeichnen. Die Kerne sollten nicht länger als ein Zentimeter sein. Je nach Aussaattermin erstreckt sich der Erntezeitraum bis in den Oktober hinein.

Während der Erntezeit sollte man die Bohnen regelmäßig in der Woche ernten, da dieses neue Blütenbildungen anregt. Geerntet werden sollte nur bei trockenem Wetter, da ansonsten die Gefahr von Pilzkrankheiten steigt.

In einem feuchten Tuch eingeschlagen sind Stangenbohnen bis zu zwei Tagen im Kühlschrank haltbar. Um Bohnen länger haltbar zu machen, kann man sie einfrieren oder einkochen.

Achtung: Bohnen nie roh, sondern nur im gekochten Zustand, verzehren.

Mischkultur und Fruchtfolge

Geeignete Pflanzen für die Mischkultur sind Endivien, Bohnenkraut, Gurken, Kapuzinerkresse, Kohl, Kohlrabi, Kopfsalat, Tomaten und Zucchini. Stangenbohnen sollten hingegen nicht mit Erbsen, Fenchel, Knoblauch, Lauch und Zwiebeln in der Mischkultur gepflanzt werden.

Als Vorkultur eignet sich insbesondere die frühe Möhre und als Nachkultur der Feldsalat.

Um Krankheiten sowie Schädlingen vorzubeugen, sollte man eine Anbaupause von vier Jahren einhalten.

Empfohlene Sorten

  • Neckarkönigin: schmackhafte hellgrüne Hülsen mit hohen Erträgen, resistent gegen den Mosaikvirus

Krankheiten und Schädlinge

Stangenbohnen sind anfällig für Schädlinge und Krankheiten. Hierzu zählen bei den Krankheiten insbesondere der Mosaikvirus, die Brennfleckenkrankheit und Bohnenrost. Als tierische Schädlinge können Blattläuse und die Bohnenfliege auftreten.

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