Allgemeines und Herkunft

Weißkohl (Brassica oleracea convar. capitata var. alba) auch Kappes, Kabis, Kraut, Weißkraut genannt, gehört zur Familie der “Kreuzblütler” und zur Gattung “Kohl”. Er stammt wie die anderen Kohlsorten vom Wildkohl ab, welcher an den Küsten Südenglands, Irlands und Frankreichs heimisch ist. Heute wächst in Deutschland noch Wildkohl auf Helgoland.

Weißkohl besitzt glatte, eng anliegende sowie leicht wachsartige Blätter. Sie besitzen je nach Sorte runde oder leicht abgeflachte Kohlköpfe. Spitzkegelige Sorten werden als Spitzkohl bezeichnet, welche zarter und feiner im Geschmack sein soll. Man unterscheidet beim Weißkohl in frühe Sorten, Lagersorten sowie Sorten, welche man für selbstgemachtes Sauerkraut verwendet. Weißkohl ist sehr gesund und enthält neben wertvollen B- und C-Vitaminen, Folsäure, Kalium, Kalzium sowie Magnesium und Senföle, die eine entgiftende Wirkung haben.

Standort und Boden

Weißkohl bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Als Starkzehrer benötigt er einen nährstoffreichen, lehmigen und humusreichen Boden, welchen man gleichmäßig feucht halten sollte. Der Boden sollte man im Herbst schon mit organischen Dünger und Kompost aufbessern. Gut verrotteter Mist, getrockneter Rinderdung, Hornspäne oder Rizinusschrott eignen sich dafür.

Anbau, Aussaat und Pflanzung

Weißkohl wird in der Regel vorgezogen und als Jungpflanze in das Gemüsebeet gesetzt. Je nach Sorte ergeben sich hierbei unterschiedliche Termine. Mit der Voranzucht von frühen Sorten kann man bereits im Februar beginnen. Die Saattiefe sollte einen Zentimeter betragen. Im April pflanzt man den jungen Weißkohl in einem Reihenabstand von 50 Zentimetern und einem Pflanzabstand von 40 Zentimetern aus. Um die jungen Pflanzen vor Nachtfrösten zu schützen, kann man sie mit einem Gartenvlies abdecken.

Spätere Sorten zieht man ab März vor und pflanzt sie ab Mai aus. Hier sollte man einen Abstand von 60 bis 70 Zentimetern zu allen Seiten einhalten. Ende Juni ist in der Regel der letzte Zeitpunkt für die Pflanzung, da späte Sorten recht langsam wachsen.

Pflege

Weißkohl muss man, vor allem im Sommer, regelmäßig gießen, da er einen stetig feuchten Untergrund benötigt. Außerdem sollte man auf eine ausreichende Nährstoffzufuhr achten. Als Starkzehrer benötigt Weißkohl ab der Kopfbildung zwei bis drei Düngungen mit Brennesseljauche.

Den Boden sollte man regelmäßig hacken, um die Unkrautbildung zu minimieren und das Wurzelwachstum anzuregen. Von Vorteil ist es den Boden zu mulchen und Weißkohl anzuhäufen.

Ernte und Verwendung

Frühe Sorten kann man bereits ab Juni ernten, sobald die Köpfe die gewünschte Größe erreicht haben. Dafür werden die Köpfe keilförmig am Strunk abgeschnitten. Die Wurzeln sollte man jedoch nicht im Beet lassen, sondern über die Biotonne oder den Hausmüll entsorgen, um Krankheitserreger vorzubeugen. Die Kohlköpfe sind nicht lange lagerfähig und man sollte sie innerhalb von zwei Wochen nach der Ernte verzehren. Spätere Sorten können bis zu den ersten Frösten im Oktober oder November auf dem Gemüsebeet verbleiben.

Lagerfähige Sorten kann man den Winter über in feuchten und kühlen Keller lagern. Eine weitere Möglichkeit ist es Weißkohl kleinzuschneiden, zu blanchieren und anschließend einzufrieren. Darüber hinaus gibt es spezielle Sorten, aus denen man klassischerweise Sauerkraut herstellt, um den Kohl länger haltbar zu machen.

Mischkultur und Fruchtfolge

Geeignete Pflanzen für die Mischkultur sind Beifuß, Buschbohnen, Dill, Endivien, Kamille, Knollensellerie, Kopfsalat, Koriander, Kümmel, Mangold, Markerbsen, Palerbsen, Pfefferminze, Spinat, Tomaten und Zuckererbsen. Weißkohl sollte man hingegen nicht mit Erdbeeren, Senf, Knoblauch und Zwiebeln in der Mischkultur pflanzen.

Günstige Vorkulturen sind Hülsenfrüchte, Radieschen, Spinat und Schnittsalat. Als Nachkultur bieten sich Feldsalat, Phazelia und Spinat an.

Um verschiedenen Krankheiten und Schädlingen vorzubeugen, sollte man eine Anbaupause, von Pflanzen aus der Familie “Kreuzblütler”, von vier Jahren einhalten.

Krankheiten und Schädlinge

Weißkohl ist anfällig für Schädlinge und Krankheiten. Um die Kohlfliege, Kohlweißlinge, Kohleulen, Kohlschaben oder den Kohlgallenrüssler abzuhalten, sollte man ein Kulturschutznetz über die Kohlpflanzen anbringen. Erdflöhe werden durch regelmäßiges hacken und lockern des Bodens abgehalten.

Pilzkrankheiten wie die Kohlhernie und die Umfallkrankheit können durch Einhaltung der Fruchtfolge vermindert werden. Des Weiteren können Falscher Mehltau und die Blattfleckenkrankheit auftreten.

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