Allgemeines und Herkunft

Paprika (Capsicum) gehört zur Familie der “Nachtschattengewächse” und zur Gattung “Paprika”. Je nach Form und Schärfegrad wird sie auch als Chili, Spanischer Pfeffer, Peperoni, Peperoncini oder Pfefferoni bezeichnet. Sie stammen ursprünglich aus dem tropischen Mittel- und Südamerika, wo sie mehrjährig als Büsche wachsen und kamen im 15. Jahrhundert nach Europa. In Deutschland kam sie erst in den 1960er Jahren im größeren Stil in den Handel.

Die Paprika zählt mit zu den wärmebedürftigsten Gemüsearten. Je nach Sorte sind die Paprikaschoten zunächst grün und färben sich mit der Zeit gelb, orange oder rot. Ausgereifte Paprikaschoten sind aromatischer und höher im Nährwert als grüne Schoten. Ihr Gehalt an Vitamin C wird von keiner anderen Gemüseart überboten.

Standort und Boden

Paprika bevorzugen einen sonnigen Standort. Als Starkzehrer benötigen sie einen nährstoffreichen, lockeren und humosen Boden. Den Boden sollte man im Idealfall im Herbst schon mit Dung oder frischem Kompost aufbessern.

Anbau, Aussaat und Pflanzung

Wenn man keine Jungpflanzen kaufen möchte, kann man Paprikapflanzen auch sehr gut selber vorziehen. Der beste Zeitpunkt für eine erfolgreiche Ernte liegt, je nach Sorte, bereits im Februar und März. Dies liegt daran, dass die Kulturdauer sehr lang ist und die Schoten im hiesigen Klima ansonsten keine ausreichende Reifezeit hätten.

Für die Anzucht sollte man am besten spezielle Anzuchterde verwenden, in welche man die Samen einen Zentimeter tief legt. Die Erde sollte man stets feucht halten, jedoch darf sich keine Staunässe bilden, da die Samen sonst anfangen zu faulen und es sich Schimmel bilden kann. Der ideale Standort für die Anzucht ist hell und warm. Bei einer Temperatur von ca. 25 Grad fangen die Samen nach zehn bis 30 Tagen an zu keimen.

Haben sich nach etwa drei bis vier Wochen die ersten beiden Blattpaare entwickelt, pikiert man die jungen Pflanzen in einzelne Töpfe. Damit die Pflanzen mehr Wurzeln ausbilden, setzt man die Pflänzchen dabei einfach etwas tiefer. Ab jetzt ist es wichtig, dass die jungen Pflanzen hell stehen, die Temperatur sollte ab diesem Zeitpunkt zwischen 20 und 22 Grad betragen. Bei Bedarf sollte man die Pflanzen noch einmal in größere Pflanztöpfe umpflanzen.

Ab Anfang Mai stellt man die Pflanzen tagsüber nach draußen, um sie abzuhärten und an das Sonnenlicht zu gewöhnen. Nach den Eisheiligen im Mai, wenn kein Frost mehr droht, pflanzt man die jungen Paprikapflanzen an einen warmen und sonnigen Ort ins Freie oder ins Gewächshaus. Man sollte dabei ein Abstand von 50 bis 60 Zentimetern zu allen Seiten einhalten. Die jungen Pflanzen pflanzt man bis zum untersten Blattpaar ein, damit sie einen guten Stand erhalten und gießt sie im Anschluss gut an. In den folgenden Tagen sollte man nicht gießen, um das Wurzelwachstum anzuregen.

Damit die Setzlinge nicht umknicken sollte man sie bereits bei Pflanzung stützen und an einem Bambusstab oder ähnlichem befestigen.

Pflege

Paprikapflanzen sollte man regelmäßig gießen, dabei jedoch Staunässe vermeiden. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Stroh, hält den Boden schön locker und die Pflanzen kühlen nicht so schnell aus.

Um eine ausreichende Nährstoffzufuhr zu gewährleisten, sollte man Paprikapflanzen beim Einsetzen der Blüte mit Kompost versorgen oder alle zwei Wochen mit Brennessel- oder Beinwelljauche düngen.

Man kann bei der Paprikapflanze die erste Blüte, die sogenannte “Königsblüte” herausbrechen, damit die Pflanze vermehrt Blüten ansetzt und man so einen besseren Ernteertrag hat.

Ob man Paprikapflanzen ausgeizt oder nicht, darüber wird viel diskutiert. Möchte man seine Pflanzen ausgeizen, werden die neuen Triebe, welche sich aus den Blattachseln entwickeln ausgegeizt “herausgebrochen”. Dadurch soll die Energie der Pflanze in die Früchte gehen und somit der Ertrag gesteigert werden. Am besten geizt man die Pflanzen morgens bei trockenem Wetter aus.

Sollte es im September schon kälter werden, sollte man im Freiland angebaute Paprika und Chili vor der Kälte schützen, in dem man sie mit einer Folie abdeckt.

Ernte und Lagerung

Die Paprika beginnt meist im August, im Gewächshaus fängt sie schon ein paar Wochen früher im Juli an. Die Erntezeit erstreckt sich je nach Witterung bis in den Oktober hinein.

Frisch geerntete Paprika kann man für mehrere Wochen im Kühlschrank lagern. Für eine längere Haltbarkeit kann man sie kleingeschnitten einfrieren. Hier halten sie sich ca. zehn Monate.

Mischkultur und Fruchtfolge

Geeignete Pflanzen für die Mischkultur sind Kohlarten, Petersilie, Ringelblume, Salate, Möhren, Knoblauch sowie Zwiebeln. Paprikapflanzen sollte man hingegen nicht zusammen mit Kartoffeln und Rote Bete anbauen.

Als Vorkulturen bieten sich beispielsweise Salate und Radieschen an.

Bei der Fruchtfolge ist zu beachten, dass eine Anbaupause von vier Jahren wird empfohlen.

Krankheiten und Schädlinge

Die Braun- oder Braunfäule ist eine Pilzkrankheit, welche besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit bzw. häufigem Regen auftritt. Weitere Krankheiten, die auftreten können sind unter anderem Grauschimmel, Korkwurzelkrankheit, Echter Mehltau sowie die Samtfleckenkrankheit.

Des Weiteren gibt es Schädlinge, welche Schaden an den Paprikapflanzen anrichten können, wozu die Gewächshausmottenschildlaus (Weiße Fliege), Blattläuse und die Tomatenminirfliege gehören.

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