Allgemeines und Herkunft

Tomaten (Solanum lycopersicum) auch Paradeiser genannt, gehören zur Familie der “Nachtschattengewächse” und zur Gattung “Nachtschatten”. Sie stammen ursprünglich aus Süd- und Mittelamerika und kamen erst im 15. Jahrhundert nach Europa, wo sie zunächst als Zierpflanzen gehalten wurden. Erst im 20. Jahrhundert begann sich die Tomate in der deutschen Küche langsam durchzusetzen und wird heutzutage in fast allen Ländern kultiviert.
Es gibt schätzungsweise mehr als 30.000 verschiedene Tomatensorten, die zwischen 20 Zentimetern (Buschtomaten) und zwei Metern (Stabtomaten) groß werden können. Neben ihrer Wuchsform unterscheidet man auch die Fruchtform, welche sich in Fleischtomaten mit groß gerippten Früchten, Eier- oder Flaschentomaten mit einer länglichen, walzenförmigen Form und Kirsch- oder Cocktailtomaten mit kleinen kirsch- oder birnenförmigen Früchten, unterscheiden lassen.
Die Tomatenfrucht selbst lässt sich in ihrer Größe von kleinen Tomaten mit noch nicht mal 20 Gramm bis zu gigantischen Riesen- oder Ochsenherztomaten mit einem Gewicht bis zu 1,5 Kilogramm unterscheiden. Das Farbspektrum reicht von dem uns bekannten Rot über Weiß, Gelb, Orange, Rosa, Violett und Grün bis hin zu Schwarz.
Schnellübersicht Tomaten
Standort und Nährstoffbedarf:
sonniger bis halbschattiger Standort mit hohem Nährstoffbedarf
Voranzucht, Aussaat und Pflanzung:
Voranzucht: Ende März bis Anfang April
Pflanzung: Mitte Mai nach den Eisheiligen
Ernte: Ende Juli bis Oktober
Mischkultur:
Gute Nachbarn: Basilikum, Buschbohnen, Dill, Karotten, Kapuzinerkresse, Knoblauch, Kohlrabi, Oregano, Petersilie, Radieschen, Ringelblumen, Rosmarin, Salate (z. B. Kopfsalat, Pflücksalat), Sellerie, Spinat, Tagetes (Studentenblume) sowie Zwiebeln
Schlechte Nachbarn: Auberginen, Erbsen, Kartoffeln, Kohl (Weißkohl, Rotkohl, Grünkohl, Rosenkohl, etc.), Mais, Paprika, Rote Bete und Zucchini
Vorkultur: Ackerbohnen, Erbsen, Lauchzwiebeln, Radieschen, Rettich, Salate (z. B. Kopfsalat, Pflücksalat), Spinat sowie Zwiebeln
Nachkultur: Asiatische Blattgemüse (z. B. Mizuna, Pak Choi), Endivien, Feldsalat, Gründung, Radieschen, Rettich, Spinat sowie Winterpostelein (Portulak)

Standort und Boden

Tomaten bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Als Starkzehrer benötigen sie einen nährstoffreichen, lockeren und humosen Boden. Idealerweise sollte der Boden bereits im Herbst mit Dung oder frischem Kompost angereichert werden.
Tomaten werden vorzugsweise in großen Kübeln oder Töpfen mit einem Fassungsvermögen von 10 Litern, im Gewächshaus oder in einem sogenannten Tomatenhaus angebaut. Wichtig ist es bei jeder Anbauart darauf zu achten, dass das Wasser gut abfließen kann, da durch Staunässe die Wurzeln anfangen können zu faulen.

Anbau, Aussaat und Pflanzung

Wenn man keine Jungpflanzen kaufen möchte, kann man Tomatenpflanzen selbst vorziehen. Der beste Zeitpunkt hierfür ist Ende März bis Anfang April. Für die Anzucht sollte man am besten spezielle Anzuchterde verwenden, in welche man die Samen einen Zentimeter tief legt. Die Erde sollte man stets feucht halten, jedoch darf sich keine Staunässe bilden, da die Samen sonst anfangen zu faulen. Der ideale Standort für die Anzucht ist hell und warm. Bei einer Temperatur von 18 bis 20 Grad fangen die Samen nach acht bis zehn Tagen an zu keimen. Haben sich nach etwa drei Wochen die ersten beiden Blattpaare entwickelt, pikiert man die jungen Pflanzen in einzelne 10 Zentimeter große Töpfe.
Nach den Eisheiligen im Mai pflanzt man die jungen Tomatenpflanzen an einen warmen und geschützten Ort ins Freie. Man sollte dabei einen Abstand von 60 bis 80 Zentimetern zu allen Seiten einhalten. Die jungen Pflanzen pflanzt man bis zum untersten Blattpaar ein, damit sie einen guten Stand erhalten und gießt sie im Anschluss gut an. In den folgenden Tagen sollte man nicht gießen, um das Wurzelwachstum anzuregen.
Alle Tomatensorten, abgesehen von Buschtomaten, benötigen eine Stütze. Diese sollte man direkt bei der Pflanzung setzen. Hierfür eignen sich Pflöcke oder Spiralstäbe mit einer Länge von etwa zwei Metern.

Pflege

Sobald die Tomatenpflanzen über genügend Wurzelmasse verfügen, kann man sparsamer gießen. Man sollte sie morgens im Bodenbereich gießen, wenn sie die Blätter hängen lassen, um der Kraut- und Braunfäule vorzubeugen.
Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Stroh hält den Boden schön locker und die Pflanzen kühlen nicht so schnell aus. Um eine ausreichende Nährstoffzufuhr zu gewährleisten, sollte man Tomaten während der Hauptwachstumsphase mit Kompost versorgen oder alle vier Wochen mit Brennessel- oder Beinwelljauche düngen.
Ob man Tomaten ausgeizt oder nicht, darüber wird viel diskutiert. Möchte man seine Tomaten ausgeizen, werden die neuen Triebe, welche sich aus den Blattachseln entwickeln ausgegeizt “herausgebrochen”. Dadurch soll die Energie der Pflanze in die Früchte gehen und somit der Ertrag gesteigert werden. Am besten entfernt man die Geiztriebe morgens bei trockenem Wetter.
Sollte es im September schon kälter werden, sollte man Freilandtomaten vor der Kälte schützen, indem man sie mit einer Folie abdeckt.
Ab September sollte man Blüten, die sich noch an der Tomatenpflanze befinden entfernen. Die Früchte dieser Blüten würden nicht mehr ausreifen und rauben der Pflanze Energie, welche sie besser in bereits bestehende Früchte stecken sollte.

Ernte und Lagerung

Die Tomatenernte beginnt meist Ende Juli, im Gewächshaus fängt sie schon ein paar Wochen früher. Die Haupterntezeit liegt zwischen August und September und kann in warmen Regionen bis in den Oktober hineinreichen. Vor dem ersten Frost sollte man alle noch grünen Früchte abernten. Unreife Früchte können auf der Fensterbank nachreifen.
Tomaten sollte man nicht im Kühlschrank lagern, da sie durch die Kälte ihr Aroma verlieren. Möchte man eine größere Menge an Tomaten haltbar machen, kann man sie einkochen oder trocknen.

Mischkultur und Fruchtfolge

Die Beachtung von Fruchtfolge und Mischkultur ist wichtig für einen gesunden Garten. Durch Fruchtfolge bleibt der Boden fruchtbar, da verschiedene Pflanzen unterschiedliche Nährstoffe nutzen und hinterlassen. Mischkultur fördert die biologische Vielfalt und schützt vor Schädlingsbefall, da sich bestimmte Pflanzen gegenseitig unterstützen.
Wichtig:Tomaten fühlen sich in ihrem “eigenen Dunstkreis” am wohlsten. Das bedeutet, dass sie ihren eigenen Stammplatz im Garten haben möchten. Sie gedeihen am besten, wenn sie jedes Jahr auf dem gleichen Beet wachsen.
Gute Nachbarn für die Mischkultur sind:
BasilikumFördert das Wachstum, wehrt Schädlinge wie Weiße Fliegen und Blattläuse ab.
BuschbohnenVerbessern den Boden durch Stickstoffbindung und spenden Halbschatten.
DillFördert Nützlinge wie Schwebfliegen, die Blattläuse fressen.
KarottenNutzen eine andere Bodenschicht, lockern den Boden auf.
KapuzinerkresseZieht Blattläuse an und hält sie so von den Tomaten fern.
KnoblauchHat eine pilzhemmende Wirkung und vertreibt Schädlinge.
KohlrabiKeine starke Konkurrenz um Nährstoffe, passt gut in die Mischkultur.
OreganoHält Schädlinge fern und verbessert die Pflanzengesundheit.
PetersilieKann Schädlinge fernhalten, ohne Tomaten zu stören.
RadieschenWachsen schnell und können gut zwischen Tomaten gepflanzt werden.
RingelblumenVertreiben Nematoden und andere Bodenschädlinge.
RosmarinFördert gesundes Wachstum und hält Schädlinge fern.
Salate (z. B. Kopfsalat, Pflücksalat)Nutzen Platz effizient und schützen den Boden vor Austrocknung.
SellerieVertreibt Schädlinge wie Weiße Fliegen, keine starke Konkurrenz.
SpinatWächst schnell, unterdrückt Unkraut und lockert den Boden.
Tagetes (Studentenblume)Hält Fadenwürmer (Nematoden) fern, gut für die Bodengesundheit.
ZwiebelnPilzhemmende Wirkung, schützt vor Krankheiten wie Kraut- und Braunfäule.
Schlechte Nachbarn für die Mischkultur sind:
AuberginenGehören zur gleichen Familie (Nachtschattengewächse), erhöhen das Risiko für Krankheiten wie Kraut- und Braunfäule.
ErbsenErbsen mögen keine zu schattigen Standorte, Tomaten nehmen ihnen Licht.
KartoffelnGleiche Familie (Nachtschattengewächse), erhöhen Krankheitsdruck (z. B. Kraut- und Braunfäule).
Kohl (Weißkohl, Rotkohl, Grünkohl, Rosenkohl, etc.)Starkzehrer, wächst schlechter neben Tomaten.
MaisKann Schädlinge wie den Maiszünsler anziehen, konkurriert um Licht und Nährstoffe.
PaprikaGehört zur gleichen Familie wie Tomaten, fördert Krankheiten und Schädlinge.
Rote BeteKann das Wachstum der Tomaten hemmen, mag keine direkte Nachbarschaft.
ZucchiniStarkzehrer, entzieht dem Boden viele Nährstoffe und konkurriert mit Tomaten.
Günstige Vor- und Nachkulturen sind:
Vorkulturen
AckerbohnenStickstoffsammler, verbessern die Bodenstruktur.
ErbsenFixieren Stickstoff, hinterlassen lockeren Boden.
LauchzwiebelnPlatzsparend, können zwischen den Tomaten bleiben, pilzhemmend.
RadieschenSchnellwüchsig, lockern den Boden, benötigen wenig Platz.
RettichWächst schnell und unterdrückt Unkraut.
Salate (z. B. Kopfsalat, Pflücksalat)Flachwurzelnd, keine Nährstoffkonkurrenz.
SpinatLockert den Boden, unterdrückt Unkraut.
ZwiebelnVertreiben bodenbürtige Schädlinge, keine Nährstoffkonkurrenz.
Nachkulturen
Asiatische Blattgemüse (z. B. Mizuna, Pak Choi)Schnellwüchsig, nutzt die verbleibende Wärme im Spätsommer.
EndivienAnspruchslos, wachsen gut in abgeernteten Beeten.
FeldsalatAnspruchslos, gedeiht gut im Herbst und Winter.
Gründung (z.B. Wicke, Inkarnatklee, Luzerne, Buchweizen, Phacelia)Verbessert den Boden, reichert ihn mit Nährstoffen an, unterdrückt Unkraut.
RadieschenSchnellwüchsig, nutzt den freien Platz effizient.
RettichGedeiht gut in der kühleren Jahreszeit, lockert den Boden.
SpinatSchützt den Boden vor Erosion und Unkrautwuchs.
Winterpostelein (Portulak)Ideal für Herbst- und Winteranbau, schont den Boden.

Krankheiten und Schädlinge

Die verbreitetste Tomatenkrankheit ist die Braun- oder Braunfäule. Dies ist eine Pilzkrankheit, die besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit oder häufigem Regen auftritt. Innerhalb von wenigen Tagen kann sie den gesamten Tomatenbestand vernichten.
Weitere Krankheiten, die auftreten können sind unter anderem Grauschimmel, Echter Mehltau, Dürrfleckenkrankheit sowie die Samtfleckenkrankheit.
Zu den schädlichen Insekten gehören die Gewächshausmottenschildlaus (Weiße Fliege) und die Tomatenminierfliege.
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