Allgemeines und Herkunft

Der Pflücksalat (Lactuca sativa var. crispa) ist eng verwandt mit dem Schnittsalat und gehört zur Familie der “Korbblüter” und der Gattung “Lattiche”. Er stammt vermutlich von dem in Vorderasien beheimateten Stachel-Lattich ab. Anders als Kopfsalat bildet der Pflücksalat keine festen „Köpfe“ sondern Blätter, welche man nach Bedarf von außen nach innen ernten kann. Je nach Sorte können diese eine hellgrüne bis rotbraune Färbung aufweisen und gezackt, glattrandig, gewellt oder eichenlaubähnlich aussehen.
Schnellübersicht Pflücksalat
Standort und Nährstoffbedarf:
halbschattiger bis sonniger Standort mit mittlerem Nährstoffbedarf
Voranzucht, Aussaat und Pflanzung:
Voranzucht: Anfang April bis August
Aussaat: Anfang April bis August
Pflanzung: April bis Anfang September
Ernte:
Mai bis Oktober
Mischkultur:
Gute Nachbarn: Basilikum, Buschbohnen, Dill, Karotten, Kerbel, Knoblauch, Kohlrabi, Radieschen, Rettich, Ringelblumen, Spinat und Zwiebeln
Schlechte Nachbarn:Petersilie, Sellerie, Wurzelpetersilie
Vorkultur: Buschbohnen, Erbsen (Frühsorten), Feldsalat, Gründüngung (Inkarnatklee, Luzerne, Phacelia, Buchweizen), Mairüben, Radieschen, Rettich (Frühsorten), Spinat (Frühjahrssorten) und Winterpostelein
Nachkultur: Chinakohl, Feldsalat, Gründüngung, Knoblauch, Pak Choi, Radieschen, Rettich (Herbstsorten), Spinat (Herbstsorten), Winterpostelein und Winterzwiebeln

Standort und Boden

Pflücksalat bevorzugt einen halbschattigen bis sonnigen Standort. Als Mittelzehrer benötigt er einen humusreichen sowie lockeren Boden, den weman idealerweise vor der Aussaat mit Kompost anreichert. Stallmist hingegen ist ungeeignet.

Anbau, Aussaat und Pflanzung

Nur wenige Sorten eignen sich für jahreszeitenunabhängige Aussaaten. Es ist darauf zu achten, dass es spezielle Sorten für den Frühjahrs- und Sommeranbau gibt. Je nach Sorte sät man Pflücksalat von Anfang April bis in den August hinein direkt ins Freiland. Der Pflanzabstand sollte 25 bis 30 Zentimeter zu allen Seiten betragen mit einer Saattiefe von 0,5 bis 1 Zentimeter. Ins Frühbeet können Aussaaten schon ab Februar erfolgen.
Man kann Pflücksalat auch vorziehen und anschließend ins Gemüsebeet setzen. Die Sämlinge pflanzt man aus, sobald sie vier bis fünf Blätter gebildet haben. Die Salatsetzlinge setzt man möglichst hoch, da sich die Blätter sonst nicht richtig entfalten können.
Sortenempfehlung
  • Amerikanischer Brauner: Spätschießende Sorte mit mittelgrünen, braunroten leicht gewellten Blättern. Besonders gut geeignet für den Frühjahrs- und Herbstanbau. Man kann ihn ideal blattweise oder als ganze Pflanze ernten.

Pflege

Pflücksalat ist pflegeleicht und anspruchslos. Den Boden sollte man unkrautfrei halten und bei trockenem Wetter die Pflanze regelmäßig gießen. Auf eine extra Düngung kann man bei gutem, humosen Boden verzichten.

Ernte und Lagerung

Die ersten Blätter kann man bereits von den jungen Salatpflanzen ab Mai nach sechs Wochen abpflücken. Bei späteren Aussaaten erstreckt sich die Erntezeit bis in den Oktober hinein. Man nimmt jeweils nur die äußeren Blätter vom mittleren Austrieb. Dadurch bildet die Pflanze einen kräftigen Stängel, an dessen Spitze laufend neue Blätter nachtreiben. Der Stängel kann dabei bis zu 80 Zentimeter hoch werden.
Salat erntet man bei trockenem Wetter, da er bei feuchtem Wetter schneller fault. Es empfiehlt sich Pflücksalat direkt zu verzehren, da er dann besonders frisch ist. Ansonsten hält er sich im Gemüsefach im Kühlschrank für einige Tage, wenn man ihn in ein feuchtes Tuch einwickelt.

Mischkultur und Fruchtfolge

Die Beachtung von Fruchtfolge und Mischkultur ist wichtig für einen gesunden Garten. Durch Fruchtfolge bleibt der Boden fruchtbar, da verschiedene Pflanzen unterschiedliche Nährstoffe nutzen und hinterlassen. Mischkultur fördert die biologische Vielfalt und schützt vor Schädlingsbefall, da sich bestimmte Pflanzen gegenseitig unterstützen.
Wichtig: Um verschiedenen Krankheiten und Schädlingen vorzubeugen, sollte man eine Anbaupause, von Pflanzen aus der Familie “Korbblütler”, von vier Jahren einhalten.
Gute Nachbarn für die Mischkultur sind:
BasilikumSchützt den Salat, da es Schädlinge wie Blattläuse und Schnecken fernhält.
BuschbohnenFixieren Stickstoff, verbessern die Bodenfruchtbarkeit und fördern so ein gesundes Salatwachstum.
DillFördert das Wachstum des Salats und zieht Nützlinge an, die Schädlinge bekämpfen.
Karotten (Möhren)Lockern den Boden durch ihre tiefen Wurzeln, ohne mit dem flachwurzligen Salat zu konkurrieren.
KerbelFördert das Wachstum von Salat und hält Schädlinge fern.
KnoblauchWirkt abschreckend auf Schädlinge wie Blattläuse und fördert so einen gesunden Salatanbau.
KohlrabiHat einen anderen Nährstoffbedarf und ergänzt den Salat, ohne in direkte Konkurrenz zu treten.
RadieschenWachsen schnell und nutzen den Platz zwischen den Salatpflanzen optimal, ohne den Salat zu beeinträchtigen.
RettichLockert den Boden auf und konkurriert nicht um Nährstoffe, sodass der Salat optimal wachsen kann.
RingelblumenSchützen den Salat, indem sie Schädlinge fernhalten und die Bodengesundheit fördern.
SpinatWachst schnell, schützt den Boden vor Austrocknung und bietet eine gute Ergänzung zum Salat.
ZwiebelnHelfen, Schädlinge wie Blattläuse abzuwehren, und sind in der Regel unkritisch im Mischkulturverband.
Schlechte Nachbarn für die Mischkultur sind:
PetersilieVerträgt sich schlecht mit anderen Doldenblütlern (z. B. Karotten, Dill).
SellerieStarke Wurzelkonkurrenz, kann das Wachstum des Salats hemmen.
WurzelpetersilieKonkurrenz um Nährstoffe und Platz, gehört zu den Doldenblütlern.
Günstige Vor- und Nachkulturen sind:
Vorkulturen
BuschbohnenLockern den Boden auf und hinterlassen Stickstoff für den Salat. Früh geerntete Sorten machen Platz für eine Salatpflanzung.
Erbsen (Frühsorten)Verbessern die Bodenstruktur und hinterlassen Stickstoff. Frühe Sorten sind bereits im Sommer abgeerntet.
FeldsalatÜberwintert gut, lockert den Boden und ist früh abgeerntet.
Gründüngung (Inkarnatklee, Luzerne, Phacelia, Buchweizen)Verbessert Bodenstruktur und Nährstoffgehalt.
MairübenSind früh erntereif und lockern den Boden mit ihrer Wurzelstruktur.
RadieschenWachsen schnell und hinterlassen lockeren Boden. Die Ernte ist nach wenigen Wochen abgeschlossen.
Rettich (Frühsorten)Bricht verdichtete Böden auf, wächst schnell und ist früh erntereif.
Spinat (Frühjahrssorten)Schützt den Boden vor Erosion und verbessert die Bodenstruktur. Ist nach wenigen Wochen abgeerntet.
WinterposteleinFrüh reif, schützt den Boden im Winter und hinterlässt gute Bodenstruktur.
Nachkulturen
ChinakohlHerbstkultur, nutzt die Fläche effizient.
FeldsalatKann direkt nach dem Salat ausgesät werden und nutzt den freien Platz optimal.
Gründüngung(Buchweizen, Phacelia, Winterroggen, Klee) – verbessert den Boden und unterdrückt Unkraut.
KnoblauchWird im Herbst gesetzt und kann den Boden über den Winter schützen. Wirkt außerdem gegen Bodenschädlinge.
Pak ChoiSchnellwüchsige Herbstkultur.
RadieschenWachsen schnell und können direkt nach der Salaternte gesät werden.
Rettich (Herbstsorten)Späte Sorten können nach Pflücksalat gesät werden und nutzen den Platz effektiv.
Spinat (Herbstsorten)Bedeckt den Boden über den Herbst und schützt ihn vor Erosion.
WinterposteleinRobuste Nachkultur, die im Herbst/Winter wächst und den Boden schützt.
WinterzwiebelnÜberwinterungskultur nach Salat.

Krankheiten und Schädlinge

Pflücksalat gehört zu den robusteren Salatsorten, kann jedoch auch von Schnecken und Blattläuse befallen werden. Darüber hinaus kann bei feuchtem Wetter Falscher Mehltau auftreten.
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