Allgemeines

Blumenkohl (Brassica oleracea var. botrytis) auch Käsekohl, Blütenkohl, Karfiol, Traubenkohl oder Italienischer Kohl genannt, gehört zur Familie der “Kreuzblütler” und zur Gattung “Kohl”. Er stammt von dem in Kleinasien beheimateten Wildkohl ab und hat sich über Italien im 16. Jahrhundert in Europa verbreitet.

Blumenkohl gilt als die bekömmlichste Kohlsorte, ist jedoch im Anbau recht anspruchsvoll.

Neben den hauptsächlichen bekannten weißen Blumenkohlsorten, gibt es auch Züchtungen mit orangen, grünen oder violetten Köpfen, welche einen höheren Vitamingehalt aufweisen.

Standort und Boden

Blumenkohl bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Als Starkzehrer benötigt der Blumenkohl einen nährstoffreichen, lehmigen und tiefgründigen Boden. Ideal ist ein Boden mit hohem Kalkgehalt um die Anfälligkeit gegenüber der Kohlhernie zu verringern.

Der Boden sollte im Herbst schon mit organischen Dünger und Kompost aufgebessert werden. Gut verrotteter Mist, getrockneter Rinderdung, Hornspäne oder Rizinusschrott eignen sich dafür.

Aussaat und Pflanzung

Bei Blumenkohl empfehlen sich Frühjahrs- und Herbstpflanzungen, da im Sommer die Gefahr von Krankheiten und Schädlingen am Größten ist.

Im Februar wird mit der Vorzucht von frühen Sorten begonnen. Die Saattiefe sollte nur zwei Millimeter betragen. Ab Anfang April können die jungen Pflanzen in einem Abstand von 50 Zentimetern zu allen Seiten ausgepflanzt werden. Um die jungen Pflanzen vor Nachtfrösten zu schützen, sollten sie mit einem Gartenvlies abgedeckt werden.

Mittlere und späte Sorten können, ab April bis in den Juni hinein, direkt ins Freiland gesät werden. Sie benötigen etwas mehr Platz als frühe Sorten, man sollte einen Abstand von 60 Zentimetern in alle Richtungen einhalten.

Pflege

Blumenkohl muss regelmäßig gegossen werden, da er einen stetig feuchten Untergrund benötigt. Außerdem sollte auf eine ausreichende Nährstoffzufuhr geachtet werden. Als Starkzehrer benötigt Blumenkohl zwei bis drei Düngungen mit Hornmehl oder Brennesseljauche. In den letzten Wochen vor der Ernte, sollte jedoch auf eine weitere Düngung verzichtet werden, um eine hohe Nitratanreicherung zu vermeiden.

Der Boden sollte regelmäßig gehackt werden, um die Unkrautbildung zu verhindern und um das Wurzelwachstum anzuregen. Von Vorteil ist es den Boden mit organischem Material wie z.B. Rasenschnitt oder Brennesselblättern zu mulchen und den Blumenkohl anzuhäufen.

Damit der Blumenkohl schön weiß bleibt, empfiehlt es sich den Kopf vor zu hoher Sonneneinstrahlung zu schützen. Dafür werden die umliegenden Blätter nach innen abgeknickt und über die Blume gelegt. Wird auf das Abdecken verzichtet, verfärben sich die Köpfe, bleiben jedoch genießbar.

Ernte und Verwendung

Je nach Sorte kann Blumenkohl ab Juni bis in den Oktober hinein geerntet werden, sobald die Köpfe die gewünschte Größe erreicht haben und die Blumen noch fest und geschlossen sind. Bei warmen Wetter öffnen sich die Blütenstände sehr zügig, deswegen sollte regelmäßig der Reifeprozess kontrolliert werden. Für die Ernte wird der komplette Strunk abgeschnitten.

Im Kühlschrank ist Blumenkohl einige Tage haltbar. Um Blumenkohl länger haltbar zu machen, kann er zerteilt und blanchiert eingefroren oder eingelegt werden.

Mischkultur und Fruchtfolge

Geeignete Pflanzen für die Mischkultur sind Beifuß, Bohnen, Dill, Endivien, Erbsen, Kamille, Kartoffeln, Kopfsalat, Koriander, Kümmel, Lauch, Mangold, Pfefferminze, Pflücksalat, Rote Bete, Sellerie, Spinat und Tomaten.

Blumenkohl sollte hingegen nicht mit Erdbeeren, Senf, Knoblauch und Zwiebeln in der Mischkultur gepflanzt werden.

Um verschiedenen Krankheiten vorzubeugen, sollte auf jeden Fall eine Anbaupause von vier Jahren eingehalten werden.

Empfohlene Sorten

  • Clapton (F1): Große weiße Köpfe, für den Sommer und Herbstanbau geeignet. Resistenz gegen Kohlhernie.
  • Erfurter Zwerg: Frühe Sorte mit weißen mittelgroßen Köpfen, welche geringe Ansprüche hat.
  • Minaret: hellgrüner Blumenkohl mit mittelschweren Köpfen und pyramidenförmigen Röschen.
  • Neckarperle: Weiße Sorte mit festen Köpfen, welche für den Anbau vom Frühling bis Herbst geeignet ist.
  • Romanesco: hellgrüner Blumenkohl mit mildem Geschmack.
  • Rosalind: Sorte mit violetten Röschen, welche sich beim Kochen grün färben. Für den Sommer- und Herbstanbau geeignet.
  • Walcheren Winter: Winterharte Sorte, die im Juli ausgesät und im nächsten Jahr im April geerntet wird. Hat weiße mittelgroße Köpfe.

Krankheiten und Schädlinge

Blumenkohl ist wie andere Kohlsorten anfällig für eine Reihe von Schädlingen und Krankheiten. Um die Kohlfliege, Kohlweißlinge, Kohleulen, Kohlschaben oder den Kohlgallenrüssler abzuhalten, sollte man ein Kulturschutznetz über die Kohlpflanzen anbringen. Erdflöhe werden durch regelmäßiges hacken und lockern des Bodens abgehalten.

Pilkzkrankheiten wie die Kohlhernie und die Umfallkrankheit können durch Einhaltung der Fruchtfolge vermindert werden. Beim Befall mit der Kohlhernie sollte eine Anbaupause von sieben Jahren eingehalten und befallene Pflanzen über den Hausmüll entsorgt werden. Des Weiteren kann falscher Mehltau und die Blattfleckenkrankheit auftreten.

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