Allgemeines und Herkunft

Wirsing  (Brassica oleracea convar. capitata var. sabauda) auch Wirsingkohl, Welschkohl, Welschkraut, Wirz, Köhli oder Schavur genannt, gehört zur Familie der “Kreuzblütler” und zur Gattung “Kohl”. Er ist ein Kopfkohl und sehr eng mit dem Weißkohl verwandt. Wirsing stammt aus dem Mittelmeerraum, wo er das erste Mal im 16. Jahrhundert genannt wird. In Deutschland baut man ihn hingegen erst seit dem 18. Jahrhundert an.

Kennzeichnend für den Wirsing sind seine stark gekrausten, grünen Blätter. Milde Frühlings- und Sommersorten besitzen hellgrüne und die würzigen Herbst- und Wintersorten dunkelgrüne Blätter. Kopfkohlsorten wie Weißkohl, Rotkohl oder Wirsing benötigen viel Platz und eignen sich daher vor allem für große Gärten. Eine Alternative bei Platzmangel ist zum Beispiel der Spitzkohl.

Standort und Boden

Wirsing bevorzugt einen sonnigen Standort. Als Starkzehrer benötigt er einen nährstoffreichen, lehmigen Boden, welcher reich an Humus ist und eine gleichmäßige Bodenfeuchte besitzt. Im Idealfall reichert man das Kohlbeet mit Kompost, gut verrottenden Mist, getrockneten Rinderdung oder Hornspäne an. Man sollte jedoch eine Überdüngung vermeiden, da dies zu einer Qualitätsminderung führt.

Anbau, Aussaat und Pflanzung

Die ideale Anbauzeit vom Wirsing hängt von der Sorte ab. Frühe Frühlingsorten kann man bereits ab Februar vorziehen und ab Mitte März ins Frühbeet setzen. Sommersorten zieht man erst ab März vor. Ab Mitte April kann man Frühlings- und Sommersorten direkt ins Freiland säen.

Herbst- und Wintersorten zieht man hingegen erst ab Juni vor und setzt sie ab Juli ins Freiland oder sät sie als Direktsaat ins Gemüsebeet.

Je nach Sorte sollte man einen Abstand von 40 – 70  Zentimetern in alle Richtungen einhalten. Die Saattiefe sollte einen Zentimeter betragen.

Pflege

Hat man bei der Beetvorbereitung genügend Kompost und organischen Dünger in den Boden eingearbeitet, wird die benötigte Nährstoffzufuhr durch Zugabe von Hornmehl oder Pflanzenjauche sichergestellt. Hiermit sollte man beginnen, sobald sich die Köpfe ausgebildet haben. Darüber hinaus ist eine gute und regelmäßige Wasserversorgung ebenso wichtig, wie das Auflockern und Hacken des Bodens.

Ernte und Lagerung

Der Erntezeitraum von Wirsing, erstreckt sich durch die verschiedenen Aussaattermine von Mai bis in den Februar des folgenden Jahres. Durch eine geschickte Aussaatplanung kann man so fast das gesamte Jahr über frischen Kohl ernten und genießen. 

Bei Wirsing kann man entweder fortlaufend die Blätter ernten oder den gesamten Kohlkopf auf einmal. Möchte man die einzelnen Blätter nach und nach ernten, sollte man stets die äußeren unteren Blätter mit einem sauberen Messer abschneiden und das Herz stehen lassen. 

Um den gesamten Kopf zu ernten, schneidet man ihn entweder knapp unter dem Kopf ab oder gräbt ihn mitsamt der Wurzel aus. Dies erhöht die Lagerfähigkeit. 

Im Kühlschrank hält sich Wirsing ungefähr eine Woche. Um Wirsing länger haltbar zu machen, kann man ihn blanchieren und anschließend einfrieren.

Tipp: Kohl sollte nie neben Obst gelagert werden. Er fault dadurch schneller. 

Mischkultur und Fruchtfolge

Als Mischkultur eignen sich Beifuß, Bohnen, Dill, Endivien, Erbsen, Kamille, Kartoffeln, Kopfsalat, Koriander, Knollensellerie, Kümmel, Lauch, Mangold, Pfefferminze, Pflücksalat, Rote Bete, Spinat, Stangensellerie und Tomaten. Auf keinen Fall sollte man Wirsing hingegen mit anderen Kohlarten, Erdbeeren, Senf, Knoblauch und Zwiebeln in der Mischkultur anbauen.

Für die Vorkultur eignen sich vor allem Hülsenfrüchte, Radieschen, Spinat und Schnittsellerie. Als Nachkultur bieten sich Feldsalat, Büschelschön und Spinat an.

Um verschiedenen Krankheiten vorzubeugen, sollte man eine Anbaupause von Pflanzen aus der Familie “Kreuzblütler” von vier Jahren einhalten.

Empfohlene Sorten

  • Marner Grüfewi: Späte Sorte mit dunkelgrünen Blättern und feingekrausten flachrunden Köpfen. Sie ist sehr winterhart und besitzt eine gute Lagerfähigkeit.
  • Vertus: Späte Sorte mit großen, festen und plattrunden Köpfen und dunkelgrünen Blättern. Sie ist nur bedingt frosthart, bis minus fünf Grad und sollte daher bis spätestens November abgeerntet werden. Sie eignet sich jedoch sehr gut zum Einfrieren. 
  • Vorbote 3: Frühe Sorte mit feingekrausten grünen Blättern und festen Köpfen. Eignet sich jedoch nicht zur Einlagerung.

Krankheiten und Schädlinge

Wirsing ist wie andere Kohlsorten anfällig für eine Reihe von Schädlingen und Krankheiten. Um die Kohlfliege, Kohlweißlinge, Kohleulen, Kohlschaben oder den Kohlgallenrüssler abzuhalten, sollte man ein Kulturschutznetz über die Kohlpflanzen anbringen. Erdflöhe werden durch regelmäßiges hacken und lockern des Bodens abgehalten.

Pilzkrankheiten wie die Kohlhernie und die Umfallkrankheit können durch Einhaltung der Fruchtfolge vermindert werden. Beim Befall mit der Kohlhernie sollte eine Anbaupause von sieben Jahren eingehalten und befallene Pflanzen über den Hausmüll entsorgt werden. Des Weiteren kann falscher Mehltau und die Blattfleckenkrankheit auftreten.

Weitere Viruskrankheiten die bei Wirsing auftreten können sind das Kohlschwarzringfleckenvirus und das Blumenkohlmosaikvirus.

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