Allgemeines und Herkunft

Die Pastinake (Pastinaca sativa subsp. sativa var. sativa) auch Hammelmöhre oder Moorwurzel genannt, gehört zur Familie der “Doldenblütler” und zur Gattung “Pastinaken” und ist mit der Möhre und der Petersilie verwandt. Aus der Wildform der Pastinake (Pastinaca sativa) wurden im Laufe der Jahrhunderte Sorten mit einer dicken Rübe gezüchtet.

Sie galt schon unter den Römern als beliebte Gemüseart und diente lange Zeit als Grundnahrungsmittel. Nach Einführung der Kartoffel, wurde sie jedoch nach und nach von dieser verdrängt. Seit einiger Zeit erlebt sie durch die Popularität des biologischen Gemüseanbaus eine Renaissance und ist wieder vermehrt auf Wochenmärkten und in Naturkostläden zu finden. Die Pastinaken besitzen einen süßlichen Geschmack und lassen sich ähnlich wie Möhren für viele Gerichte verwenden.

Standort und Boden

Die Pastinake bevorzugt einen sonnigen Standort, kommt jedoch auch im Halbschatten zurecht. Als Mittelzehrer benötigt sie einen tiefgründigen, lockeren sowie lehmigen Boden, welcher einen hohen Humusgehalt aufweist, bei gleichmäßiger Bodenfeuchte. Im Idealfall reichert man das Gemüsebeet schon im Frühjahr vor der Aussaat mit Kompost an. Eine Düngung mit frischen Mist sollte höchstens im vorherigen Herbst erfolgen, da dieser ansonsten die Möhrenfliege anlockt.

Anbau, Aussaat und Pflanzung

In milden Lagen kann man Pastinaken bereits ab März ins Freiland aussäen. In kühleren Regionen sollte man jedoch bis Ende April warten, damit die Samen gleichmäßiger keimen. Die Anbauzeit reicht bis in den Juni hinein.

Bei der Aussaat sollte man einen Pflanzabstand von 10 bis 20 Zentimetern und ein Reihenabstand von 30 bis 40 Zentimetern, bei einer Saattiefe von zwei Zentimetern, einhalten. Da sie ähnlich wie Möhren eine lange Keimzeit besitzen, kann es von Vorteil sein, die Saatreihe durch eine Makiersaat wie z.B. Radieschen zu kennzeichnen.

Achtung: Da das Saatgut von Pastinaken sehr schnell ihre Keimkraft verliert, sollte man kein Saatgut verwenden, welches älter als zwei Jahr ist.

Pflege

Bei kühlen Frühlingswetter sind die ersten Blätter recht frostempfindlich und sollten vorsichtshalber mit einem Vlies abgedeckt werden. Des Weiteren sollte man das Beet regelmäßig von Unkraut befreien und hacken sowie gleichmäßig feucht halten. Wurde bei der Beetvorbereitung genügend Kompost in den Boden gearbeitet, ist keine weitere Düngung erforderlich, da bei einem zu großen Nährstoffangebot die Wurzeln eher klein bleiben und die Energie in die Blätter geht.

Achtung: Da es bei der Berührung von Pastinaken-Laub zu Hautreizungen kommen kann, sollte man am besten Handschuhe tragen.

Ernte und Lagerung

Die Erntezeit beginnt bei frühen Aussaaten in der Regel ab September und reicht bis in den März des Folgejahres. Pastinaken sind frosthart und halten sich sehr gut auf dem Gemüsebeet. Dadurch kann man sie jederzeit bei Bedarf den Boden entnehmen, solange dieser nicht gefroren ist. Man sollte sie jedoch bei Kahlfrösten mit einem Vlies abdecken.

Für die Ernte lockert man den Boden vorsichtig mit dem Spaten oder einer Grabegabel, damit die langen Wurzeln nicht abbrechen. Im Anschluss zieht man die Pastinaken vorsichtig aus dem Boden.

Möchte man die Pastinaken lieber ernten, um sie vor Wühlmäusen zu schützen, kann man sie wie Möhren in feuchten Sand eingeschlagen und an einem kühlen Ort lagern. Des Weiteren kann man sie geschält und zerkleinert auch problemlos einfrieren.

Tipp: Die Blätter kann man als Würze für Suppen oder Salate verwenden.

Mischkultur und Fruchtfolge

Als Mischkultur eignen sich Gartenmelde, Kartoffeln, Radieschen, Rettiche, Rote Bete, Salate, Schalotten, Spinat und Zwiebeln. Auf keinen Fall sollte man Pastinaken hingegen mit Anis, Dill, Fenchel, Liebstöckel, Knollensellerie, Koriander, Kümmel, Möhren, Petersilie, und Stangensellerie in der Mischkultur anbauen.

Idealerweise sät man Pastinaken auf ein Beet aus, wo im Vorfeld eine Gründung oder Lippenblütlerpflanzen wuchsen.

Um verschiedenen Krankheiten und Schädlingen vorzubeugen, sollte eine Anbaupause von Pflanzen aus der Familie “Doldenblütler” von vier Jahren eingehalten werden.

Empfohlene Sorten

  • Halblange Weiße: Äußerst ertragreiche Sorte mit einer 20 bis 30 Zentimeter langen keilförmigen Wurzel.
  • Turga: Sorte mit langen gelblich-weißen Wurzeln.
  • White King: Diese Sorte besitzt kurze, dicke kreiselförmige Wurzeln. Sie eignet sich daher auch für den Anbau in schweren Böden.

Krankheiten und Schädlinge

Die Pastinake ist eine robuste Pflanze, welche bei Einhaltung der Fruchtfolge kaum mit Krankheiten oder Schädlingen zu kämpfen hat. Bisweilen wird sie von der Möhrenfliege heimgesucht. Vorbeugend hilft ein Gemüseschutznetz und der Verzicht auf frischen Kompost. Auf Grund von wenig Nahrungsangebot machen sich Wühlmäuse häufig im Winter über die Pastinaken her.

Des Weiteren können Blattläuse, Mehltau, Möhrenschwärze sowie Wurzelschorf auftreten

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